Die Schüler der Mittelschulen erhalten bei der Berufsorientierung in Bayern Unterstützung. Dabei sind Berufsorientierungsmaßnahmen (BOM) nach § 48 SGB III fester Bestandteil im Konzept der Mittelschule.
In einfacher und effektiver Weise ergänzen die BOM die schulischen Projekte und Maßnahmen. Dafür wurden in Zusammenarbeit mit den Mittelschulen, den Staatlichen Schulämtern und den örtlichen Agenturen für Arbeit neun berufsorientierende Module entwickelt:

  • Modul A – Schülerpraxiscenter integrativ für die Jgst. 7, 8, 9, M10

Die Zusammenarbeit mit Fachleuten aus der Praxis ermöglicht den Schülern einen Einblick in ausgewählte Berufsfelder. Dabei werden die Berufswahlkompetenz verbessert, der Überblick über den regionalen Ausbildungsmarkt vertieft und die Anforderungen der Betriebe kennengelernt. Kompetenzanalysen geben den Schülern Rückmeldungen über individuelle Kompetenzen und Fähigkeiten.

  • Modul B – Schülerpraxiscenter kooperativ für die Jgst. (7), 8, 9, M10

Ähnlich wie in Modul A ermöglicht die Zusammenarbeit mit Fachleuten aus der Praxis einen vertieften Einblick in ausgewählte Berufsfelder. Der besondere Schwerpunkt des Moduls liegt auf dem konkreten Betrieb vor Ort als Durchführungspartner. Kontakte zwischen späteren Ausbildern und den Schülern als möglichen Azubis werden angebahnt.

  • Modul C – Schülerübungsfirma – Komplett für die Jgst. 8, 9, M10

Durch die Mitarbeit in einer Schülerübungsfirma erwerben die Schüler praktische Berufsorientierung und Einsicht in kaufmännisches und unternehmerisches Handeln. Schlüsselqualifikationen sowie Selbst- und Sozialkompetenz werden trainiert.

  • Modul D – Schülerübungsfirma – Beratung für die Jgst. 8, 9, M10

Bereits bestehende Schülerübungsfirmen können nach Wunsch der Schule vor Ort durch externe Fachkräfte beraten werden. Dabei werden Ziele und Geschäftsfelder überdacht und ggf. eine Neuausrichtung der Schülerübungsfirma durchgeführt.

  • Modul E – Soziokulturelle Berufsorientierung für die Jgst. 7, 8, 9, M10

Durch diese Maßnahmen erkennen die Schüler die Bedeutung der sprachlichen Kompetenz und der nonverbalen Kommunikation im Bewerbungsprozess. Es werden realistische Strategien zur Einmündung auf den Ausbildungsstellenmarkt entwickelt und die Umsetzung unterstützt. Die Angebote werden in verschiedenen Sprachen unterbreitet, um insbesondere Schüler mit Migrationshintergrund zu unterstützen.

  • Modul F – Berufsorientierungscamp für die Jgst. 7 und 8

Innerhalb einer 5-tägigen Orientierungswoche erarbeiten die Schüler in außerschulischer Umgebung die Bedeutung von Softskills für den Beruf. Dabei werden die individuelle Informations- und Berufswahlkompetenz insbesondere unter Nutzung der Angebote der Bundesagentur gesteigert.

  • Modul G – Bewerbung für die Jgst. 7, 8, 9, M10

Das Modul schließt sich eng an Praxismaßnahmen, wie z. B. andere Module, Betriebserkundungen und Betriebspraktika, an. Die Schüler erhalten Unterstützung bei der Bewerbung um einen Praktikums- und/oder Ausbildungsplatz.

  • Modul H – Berufsorientierung – Begleitung für die Jgst. 7, 8, 9

Diese BOM wird in Form von sieben möglichen Bausteinen über einen längeren Zeitraum vom selben Bieter in den Jgst. 7 (4 Monate), 8 (9 Monate) und 9 (8 Monate) angeboten. Dabei wird eine prozessorientierte Berufsorientierung gewährleistet. Aus den sieben möglichen Bausteinen wählt die Schule mindestens vier aus:

B1 Kompetenzanalyse
B2 Erfahrung eigener Neigungen und Interessen
B3 Praktisches Erfahren und Einüben von Softskills und grundlegender Kompetenzen
B4 Entwicklung individueller Zielberufe
B5 Erarbeiten von beruflichen Anforderungen und Kompetenzen einzelner Berufe und
Präsentationen
B6 Informations- und Medienkompetenz
B7 Individuelle Bewerbung

  • Modul MINT – Schülerpraxiscenter für MINT-Berufe für die Jgst. 8 und 9

Die Zusammenarbeit mit Fachleuten aus der Praxis ermöglicht den Schülern einen Einblick in die Anforderungen der MINT-Berufe. Die Schülerinnen und Schüler erkennen ihr Potenzial für dieses Berufsfeld und werden bei Eignung bestärkt, einen solchen Beruf ins Auge zu fassen. Dieses Modul ist u.a. dazu konzipiert, geschlechterspezifische Berufswahlklischees aufzubrechen und Mädchen für “männerdominierte” Berufe zu gewinnen.